JASMINA CIBIC / SVN

*1979, lebt und arbeitet in Prag

Jasmina Cibic beschäftigt sich in Film, Skulptur, Performance und Installation mit der Frage, wie politische Rhetorik in Kunst und Architektur zum Einsatz kommt, und untersucht insbesondere, wie kulturelle Produktion – egal welcher Art - vom Staat zur Vermittlung bestimmter Prinzipien und Bestrebungen genutzt wird. Cibics Projekte widmen sich den komplexen Verflechtungen von Kunst, Geschlecht und Staatsmacht und analysieren die dafür erdachten Symbole und Ikonografien. Die Künstlerin ermutigt den Betrachter, ihr zu folgen und die Strategien zu entschlüsseln, die in einer Synthese aus Gestik, Spektakel und Objektüberhöhung regelmäßig beim Aufbau nationalen Kultur angewendet werden.


Cibics Beitrag für Flagge zeigen ist Teil ihres neuesten Projekts, das sich mit der Rolle von Kulturgeschenken in Momenten (europäischer) Identitätskrisen befasst. Dafür hat die Künstlerin im Archiv der Vereinten Nationen recherchiert, welche künstlerischen oder allgemein kulturellen Geschenke an die UN im Zusammenhang mit dem Bau des Völkerbundpalastes in Genf (1929-38) gemacht wurden. Zu den Gaben gehörte ein Wettbewerb um eine Flagge für die Liga. Dieser verlief letztlich ergebnislos, weil die berechtigte Sorge aufkam, dass jeder der eingereichten Entwürfe zu länderspezifisch, wenn nicht gar nationalistisch sei. Ihre Fahnen für Flagge zeigen basieren auf den damaligen Einreichungen so dass die Frage nach der Komplizenschaft der Kulturproduzenten in (trans)-nationalen, ideologischen Identitätskrisen heute automatisch mitschwingt, und natürlich auch die, wie die Inszenierungen und Spektakel organisiert werden, die jeden neu formulierten politischen, nationalen und ideologischen Machtanspruch begleiten.

NÄCHSTE FLAGGEN