Fleeting Moments

MARK FRIDVALSZKI / HUN

*1981, lebt und arbeitet in Berlin

Die Kunstwerke von Mark Fridvalszki beschäftigen sich mit der sinnlichen Materialität aufgegebener, modernistischer Zukunftsvorstellungen. Normalerweise mischt der Künstler dazu experimentell verschiedenste Materien wie Tapeten, gefundene und hergestellte Objekte, Digitaldruck sowie andere Drucktechniken und führt sie in raumfüllenden Collagen zusammen. Sein künstlerisches Programm kann als archäo-futurologisch bezeichnet werden, d.h. es geht um die Auseinandersetzung mit den Resten vergessener Utopien, den kulturellen Sedimenten unserer verlorenen kollektiven Zukunft.


Konsequent hat er für unsere Ausstellung die Nachbarschaft zu einem gut erhaltenen Plattenbau – der Maxim-Gorki-Schule – gesucht. In seiner Flaggenarbeit Fleeting Moments lenkt er den Blick er auf die Diskrepanzen in Qualität und Ausstrahlung zwischen Bauten einer zukunftszugewandten Periode und den Retortenbauten des ausgehenden 20. Jahrhunderts hin, indem er Motive der Midcentury Moderne, z.B. Typografie, Plattencoverdesigns, Formen radikalen Architektur wie Pavillonbauten für Weltausstellungen oder frühe Skulpturenparks zitiert: alles Zeugen nicht erfüllter Erwartungen. Aus der Perspektive anhaltender Beschleunigung im 21.Jahrhundert scheint es fast, als wären diese Zukunftsvisionen nie passiert. Den Künstler interessiert aber gerade, was von der Zukunft und von den Formen der Moderne übriggeblieben ist, wohin sie geführt haben und wie sie sich auf die globalen Dystopien und realen Katastrophen der Gegenwart beziehen. Dabei ist es ihm wichtig, den nostalgischen Raum zu hinterfragen und gleichzeitig Eskapismus zuzulassen. 


Er selber sagt dazu: „Wir sind mit den Nebenprodukten und Abfällen eines „Optimismus der Moderne“ konfrontiert. Wir sind enttäuscht von der Gegenwart, das 22. Jahrhundert haben wir längst aufgegeben und suchen vergeblich nach einem Rückweg in die Zeit der Zukunftskonzepte. Verbannt in der zeitgenössischen, vom Aussterben bedrohten, hyperdigitalen „Perm-Wüste“ skeumorpher Oberflächlichkeit, jeder Möglichkeit der Vertiefung beraubt.“

NÄCHSTE FLAGGEN