Fahnen und Flaggen dienen seit Jahrhunderten der optischen Kommunikation. Sie übermitteln Nachrichten (z.B. Schifffahrt) und stehen symbolisch für eine bestimmte Gruppenzusammengehörigkeit (Vereine, Länder, Gender etc). Für das Projekt wurden zahlreiche ungenutzte Masten reaktiviert und zu einem Parcours verbunden.


Ziel des Projekts ist es, das Bewusstsein für die Wirkung von Zeichen und deren Verwendung zu schärfen. Zu diesem Zweck wurden 27 + 1 Künstler*innen aus den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie dem Übergangsstaat Großbritannien eingeladen, neue Flaggen zu entwerfen. Die individuellen Fahnen sind nur durch die jeweils von den Masten vorgegebenen technischen Parameter bestimmt. Sie können als Bild verstanden werden, als Spiel mit Identität, als intellektuelle Auseinandersetzung mit Zeichensystemen oder als Objekt. Inhaltlich reagieren viele Fahnen direkt auf den gegebenen Kontext, der sich mit dem Hintergrund und eigenen Erfahrungen der Künstler*innen verwebt – sei es persönlich oder politisch. Die Herkunft der Künstler*innen aus den Mitgliedstaaten der EU ist symbolischer Natur. Wir zeigen Flagge als Gemeinschaft – hier an Scharmützel- und Storkower See im Seenland Oder-Spree.

Ein kuratorisches Projekt von infected landscapes

(Lena-Marie Emrich und Susanne Prinz).