Phantom Flagge

RAUL WALCH / GER

*1980, lebt und arbeitet in Berlin

Die 27 von Walch handgemachten Flaggen, die zusätzlich zu denen des Segelvereins am Mast gehisst werden, besetzen kein Territorium. Sie können über keinem Land gehisst werden und dort Gebietsansprüche stellen. Jede einzelne Flagge ist die einer Phantom-Insel; die Flagge eines Ortes, der nie wiedergefunden wurde oder nicht mehr auffindbar ist und betreten werde kann. Am Märkischen Meer finden diese unsichtbaren Territorien zu einem Kontinent zusammen, dessen einzelne Teile von Kartograf*innen mit Name wie Mayda, Onascusa, Gallego, Neome, Kantia oder Bermeja bezeichnet wurden. Die Farben der Stoffe stammen aus allen Himmelsrichtungen und bringen organische Farbmittel, sowie Erdpigmente zusammen, die sich fortlaufend durch die Wettereinflüsse am Scharmützelsee wandeln.

Raul Walch überschreitet in seiner künstlerischen Praxis die Grenzen gängiger Kunst-Genres. Er arbeitet als Bildhauer und Konzeptkünstler, Performer oder Forscher. Im Mittelpunkt steht immer eine unkonventionelle, künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Realität und nicht selten werden die Beobachter selbst zum Teil einer Performance. Die spielerischen Arbeiten und Aktionen von Walch beschränken sich also nicht auf forschende Neugier oder teilnehmendes Beobachten, sondern sind oft ephemere und vor allem ortsspezifische Interventionen, die an den unterschiedlichsten Orten der Welt auf ihr Umfeld eingehen.

„Angesichts dieser zunehmenden Radikalisierung von Individuen und gesellschaftlichen Gruppen ist es um so wichtiger, dass die Ausübung von künstlerischer Freiheit im öffentlichen Raum bestand hat. Kunst prägt das Zusammenleben einer Gesellschaft und regt Debatten darüber an. Wie können diese Debatten aussehen und wie durchdringen sie die künstlerische Arbeit?“ (RW)

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