Fahrradtour (Google) ,

Flagge Brandenburg (Google),

Sonnenblumen (Google)

RONALD DE BLOEME / NLD

*1971, lebt und arbeitet in Berlin und Schmolde

Für die Ausstellung Flagge zeigen hat de Bloeme drei charakteristische Motive ausgewählt, die sich direkt auf Brandenburg, die Umgebung und den Anlass der Ausstellung beziehen. Diese drei Begriffen – Fahrradtour, Flagge Brandenburg, Sonnenblumen - hat er „gegoogelt“ und eine mehrere Meter lange Bildversion jedes Suchbegriffs hergestellt. Die abstrakten Bilder gleichen der Darstellung auf einem Handydisplay bei schnellem Scrollen oder bei extrem schlechtem Empfang. Sichtbar ist nur noch die Hauptfarbe der jeweils mit dem Begriff verbundenen Fotos. Die daraus resultierenden künstlerischen Arbeiten haben oberflächlich eine große visuelle Nähe zur Konkreten Kunst, wie sie 1924 vom Niederländer Theo van Doesburg eingeführt und später in einem Manifest programmatisch auf eine Abstraktion bezogen wurde, die auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht. Außerdem, was könnte schließlich mathematischer sein als Computerlogarithmen. Inhaltlich allerdings unterscheiden sich de Bloemes Arbeiten stark, denn sie materialisieren nicht irgendetwas Geistiges, sondern sind stark mit der materiellen Realität verbunden. Sie sind keine Symbole für etwas, sondern in doppelter Hinsicht real – als unmittelbares Abbild eines missglückten Internetabrufs und in ihrem direkten Bezug zur Ausstellung.


Tatsächlich findet der Künstler seine Motive schon immer überall um sich herum, seien es Wetterkarten, Verpackungen oder Gebrauchsanweisungen. Seit einiger Zeit ist Google eine bevorzugte Ressource. Aus dort Gesucht- und Gefundenem macht de Bloeme abstrakte Bilder und dennoch politische Kunst. Wiederholt hat er diese Kunst auch in Form von Plakaten in den öffentlichen Raum gebracht. Mit der Neuinterpretation von Logos, Diagrammen, Werbung und anderen Zeichen der visuellen Bildkultur setzt der Künstler subtil auf die Beobachtung der Realität. Hier sind die fröhlichen, frischen Farben keineswegs harmlos, sondern tragen eine käufliche Bedeutung. Diese Informationen, ausschließlich als Codes gespeichert, werden meist automatisch von uns gelesen, verstanden und interpretiert. Solchermaßen entlarvt die Kunst, wie sehr wir bereits Dekodierungssysteme internalisierter haben.

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