These transient joys will fade

all too soon

SOIL COLLECTIVE / BEL

arbeitet in Brüssel

SOIL Collectiv besteht aus vier kuratierenden Künstlern - Ans Mertens, Rik Peters, Remko Van der Auwera und Tom Hallet -, die die Idee des einsam schaffenden Künstlergenies in Frage stellen und stattdessen versuchen, ihre individuellen Praktiken durch einen intensiven künstlerischen Austausch in Frage zu stellen. Die Gruppe agiert in allen Medien und ist bereit, sowohl als Künstler als auch als kuratorisch zusammenzuarbeiten. Genau das haben sie für ihren Beitrag für Flagge zeigen getan.


Ihre Flaggen sind das Ergebnis einer kurzen Begegnung in vier Akten. Frei nach der surrealistischen Methode des cadavre exquis entstanden, sind die drei digitalen Collagen eine absurde Ansammlung von Wörtern und Bildern, die durch eine Kette von Interventionen erzeugt werden. Ursprünglich ein Spiel mit gefaltetem Papier, in dem es bei cadavre exquis darum, einen Satz oder eine Zeichnung durch mehrere Personen konstruieren zu lassen, ohne dass ein Mitspieler von der jeweils vorhergehenden Mitarbeit Kenntnis erlangen kann. Das Spiel passt perfekt in die vernetzte Gegenwart, wo jede mit jedem jederzeit und gleichzeitig kommuniziert. Im Übrigen gilt die Methode als unfehlbares Mittel, um das analytische Denken auszuschalten und die metaphorischen Fähigkeiten des Geistes freizusetzen.


Trotzdem spiegeln alle drei Flaggen einen Zustand des Übergangs und globaler Unsicherheit wider und stellen die geltenden, aber nicht nachhaltigen Paradigmen von Macht und Privilegien in Frage. Dabei symbolisieren diese Flaggen nicht die Macht als solche, sondern stellen ihre Negation dar, indem sie das intuitive Ergebnis der horizontalen Organisation widergeben, die dem Arbeitsprozess des Kollektivs innewohnt.

Nicht ohne Grund wurden die Flaggen daher vor der Burg installiert – einem Symbol vertikaler Hierarchien.

NÄCHSTE FLAGGEN