Sophie Erlund erforscht Strukturen als Synonym für den menschlichen Körper und Geist und schafft Skulpturen, Installationen und komplexe Klanglandschaften, die sich mit Themen des Übergangs - nicht nur räumlich, sondern auch sozial - auseinandersetzen. Im Zentrum vieler Arbeiten steht neben der plastischen Entwurzelung auch das soziale Wandern von einer Lebensphase in die nächste.

Die Global measure flags basieren auf der Vorstellung einer interplanetaren Perspektive menschlicher Präsenz in Bezug auf die Erdsystemwissenschaften, in denen wir uns und den Planeten als ein größeres, stark miteinander verbundenes System verstehen, an dem alle Wissenschaften beteiligt sind: Astrologie, Glaziologie, Paläontologie, Geologie, Ozeanologie, Meteorologie, Ökologie und so weiter. Aus der symbiotischen Perspektive meinen die Flaggen sozusagen mehr als menschliche Identität.


Die Fahnen untersuchen die menschliche Vernetzung mit dem System folgender vier ökologischer Hauptbereiche genauer: Hydrosphäre, Atmosphäre, Geosphäre und schließlich die Biosphäre, in der wir Menschen und alle anderen Lebewesen existieren. Die Psychologie des Übergangs liegt bereits seit einiger Zeit im Zentrum des Interesses der Künstlerin; ebenso wie das an einer damit verbundenen Mensch-Maschine-Metamorphose. Ziel ist letztlich, Individuen in der zweiten Moderne zu verstehen – gerade jetzt, in Zeiten des ökologischen Wandels, der uns mit Veränderungen und Herausforderungen bombardiert, die sich am Ende fast alle auf menschliche Einflüsse auf die Erde zurückführen lassen, und als Nachhall des Anthropozän zu verstehen sind.

Das Bildmuster in den Flaggen besteht aus digitalen, teilweise verwandelten Bildern von Atmosphäre, Myzellen, Bodenschichten, Gletscherhöhlen, Wasserflugzeugen, Planetensystemen, Baumrinde usw., die in einem Unendlichkeitsmuster angeordnet sind, das die Künstlerin 2017 entwickelt hat und bereits in andere Arbeiten verwendete. Die Logik und Designqualität des Musters sowie das in die Enden der Flaggen eingenähte Menschenhaar sind die anthropozäne Schicht, die in die Global measure flags verwoben ist.

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