In ihren Collagen und Installationen beschäftigt sich Veronica Brovall mit existenziellen Fragen des menschlichen Lebens. Sie untersucht in ihrer künstlerischen Praxis die Themen Gruppenzugehörigkeit, Geschlechterdynamik und Gewalt. Ihr Fokus liegt darauf, wie man mit Leben und Tod, Zeit, Normen und Strukturen umgeht. Dafür schafft sie Papiercollagen und vor allem großformatige Keramikskulpturen, die einerseits in Bezug auf die Form sehr klar und aufgrund der Größe beeindruckend sind. Andererseits sehen sie irgendwie ambivalent aus, da sie scheinbar vertraute Objekte oft auf sehr seltsame Weise verbinden. So hat sie z.B. einmal ein ganzes Tunnelsystem in ein bewohntes Haus eingebaut und es mit Möbeln ausgestattet, die nicht nur unbenutzbar waren, sondern geradezu angriffslustig aussahen. So waren auf dem Sofa Messer befestigt. der Tisch war mit scharfen Bambusstöcken bedeckt, das Bett mit einem Netz, Messern und Zahnstochern.


Die Gegenüberstellung rationaler Logik und Emotion oder Instinkt und Reflexion ist für alle Werke des Künstlers von entscheidender Bedeutung. So kombinieren ihre Collagen Bilder von Fleischteilen, Gabeln und Messern, Reifen und Schränken zu einer surrealen Landschaft, mit denen sie schon 2006 das gerade wieder hochaktuelle Thema übermäßigen (Fleisch)Konsums kritisch behandelt. Für Flagge zeigen hat die Künstlerin auf Bilder der brennenden Wälder ihrer Heimat Schweden im letzten Jahr zurückgegriffen und diese mit Fotos von Bikiniausschnitten kombiniert und damit ein auch für Brandenburg wesentliches Thema aufgegriffen.

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