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VIKENTI KOMITSKI / BGR

*1983, lebt und arbeitet in Berlin und Sofia

Die künstlerische Arbeit von Vikenti Komitski dreht sich um Alltagsgegenstände, deren Kontext und Bedeutung er analysiert, hinterfragt und in eine andere Realität überträgt. Komitski verändert die Natur von Objekten und ausgewählten Waren, die sich auf die Realität beziehen, aus der sie stammen und in der sie ursprünglich verwendet wurden. Komitskis Neuinterpreation vorgefertigter Prinzipien wird jedoch nicht nur auf Objekte, sondern auch auf Ideen angewendet.

Sein Entwurf für Flagge zeigen beschäftigt sich mit den Utensilien, mittels derer viele Menschen versuchen, Vogelbestände vor dem Tod an Glasscheiben und Fensterfronten zu schützen. Diese Methode der Warnung via Greifvogelsilhouetten hat sich zwar als weitgehend wirkungslos erweisen, ist aber immer noch weit verbreitet. Komitskis Interesse an den Vogelaufklebern beruht auf dem Umstand, dass sie in gewisser Weise versuchen, mittels grafischer Symbole eine Kommunikation zwischen Mensch und Vogel herzustellen.

Der Versuch, mit Vögeln zu sprechen, ihre Sprache zu lernen oder sie zu verstehen, hat seine eigene Tradition. In der westlichen Mythologie ist die er am ehesten mit dem Heiligen Franziskus verbunden, der den Vögeln die Evangelien lehrte (Pasolinis gleichnamiger Film bezieht sich darauf). Die Vögel in den Flaggen, die Komitski vorschlägt, sind in unnatürlichen Formationen angeordnet und ähneln in gewisser Weise eher einem Luftverteidigungsgeschwader als einem Vogelschwarm. Letztlich haben die auf einer Flagge abgebildete symbolischen Vögel - vorwiegend Adler - eine ähnliche Funktion wie die Vogelaufkleber. Es besetzt oder weist auf einen symbolischen Raum (z. B. einen Staat). In diesem Fall soll es natürlich mit Menschen kommunizieren.


NÄCHSTE FLAGGEN